Part II: Wohnen in Ungarn

Als ich im September in Ungarn ankam, wurde ich erst mal im Szántó Kellegium, dem größten Studentenwohnheim von Pécs untergebracht. Der Preis betrug damals noch 10.000 Forint (etwa 40 Euro) und wurde mittlerweile aber auf 15.000 Ft / 60 Euro angehoben. Ungarische Studenten zahlen nur 20 Euro, kriegen aber angeblich nur einen Wohnheimplatz, wenn ihre Eltern kein Geld für eine Wohnung aufbringen können, mit anderen Worten recht bedürftig sind. Dieses sieht in der Realität aber ziemlich anders aus und die meisten Plätze werden tatsächlich über Beziehungen vergeben.

 

Ich wohnte mit 30 bis 50 anderen ausländischen Studenten und noch mal der gleichen Anzahl ungarischen Studenten auf dem sogenannten Erasmusflur im vierten Stock. Die Erasmus-Studenten kamen hauptsächlich aus West- (Spanien, Portugal),Mittel- (Frankreich Deutschland) und Nordeuropa (Norwegen, Finnland). Unsere Zimmer mussten wir uns jeweils mit zwei anderen Studenten teilen. Noch vor einem Jahr wohnten die Erasmus-Studenten im Erdgeschoss, ganz in der Nähe vom Eingang in Zwei-Bett-Zimmern. Doch laut eines Gerüchtes, was mir dort zugetragen wurde, geschah auch diese Verlegung in die vierte Etage nur, weil jemand seine Beziehungen spielen gelassen hat.

 

Die Qualität des Wohnheims reicht keinesfalls an die deutscher Wohnheime heran und ständig ging irgendetwas kaputt, aber zumindest die 6 Toiletten und 8 Duschen haben erstaunlicherweise für den gesamten Flur ausgereicht. Trotz allem war es sehr ärgerlich, dass wir nur einen sehr alten Herd und einen kleinen Tisch für die Küche und einen fast leeren Gemeinschaftsraum hatten.

 

Häuser und Wohnungen in Ungarn sind auch sehr günstig. Da Immobilien unbeweglich sind, ziehen die Preise langsamer an, um sich den west/mitteleuropäischen anzugleichen. Eine Wohnung kann man also schon ab etwa 100 Euro mieten. Ein gnazes Haus lohnt sich auch schon ab etwa 4 Personen. Und sehr zur Freude des Studenten werden so gut wie alle Wohnungen und Häuser in Ungarn komplett möbliert und ab einem beliebigen Zeitpunkt vermietet, also nicht unbedingt zum 1. eines Monats. Mietverträge sind dabei, außer in Budapest, eigentlich eher die Ausnahme. Ich habe mich da auch etwas darüber gewundert, aber das System scheint gut zu funktionieren.

 

Das war es erst einmal von mir. Im dritten Bericht wird es um Tips für den Austausch nach und das Studieren in Ungarn gehen.

 

Fabio Reinhardt

Braunschweig, den 25.02.2005