Die Vorfahren Heinrichs „des Löwen“

Die Vorfahren Heinrichs „des Löwen“

Zusammengestellt von Kai Drewes

Dargestellt wird auf 39 Einzeltafeln (hier als pdf-Dateien abgelegt) à fünf Generationen eine Übersicht über die Vorfahren Herzog Heinrichs „des Löwen“ († 1195) bis um das Jahr 800, also bis zur Zeit Karls „des Großen“. Dieser ist zugleich der häufigste nachweisbare Vorfahr des „Löwen“, welcher auf Tafel 1 den Ausgangspunkt der Betrachtung bildet (Anschlüsse an andere Tafeln sind jeweils kenntlich gemacht). Heinrich „der Löwe“ erweist sich bei genauer Betrachtung als ein echter Europäer: Unter seinen Vorfahren befinden sich u.a. deutsche, englische, italienische, schwedische, ungarische und polnische Könige, russische Großfürsten und byzantinische Kaiser ...

Mein Ziel war eine möglichst übersichtliche Darstellung, was bei einem solchen Unterfangen vor allem in Tafelform sinnvoll erscheint. Wichtigste Referenzen sind die Europäischen Stammtafeln, N.F., hrsg. von Detlev Schwennicke, Marburg 1978 ff. und das Lexikon des Mittelalters, hrsg. von Norbert Angermann et al., 9 Bde., München u.a. 1977-1998. Wer ein vertieftes Interesse an mittelalterliche Genealogie hat, dem seien auch die Sites www.genealogie-mittelalter.de und www.stirnet.com (gut vor allem für die Britischen Inseln) empfohlen. Bevor noch kurz etwas zur Entstehung und Methodik des Unternehmens gesagt wird, folgt hier die Übersicht der 39 Tafeln:

 Tafel 1 

 Tafel 9

 Tafel 17

 Tafel 25

 Tafel 33

 Tafel 2

 Tafel 10

 Tafel 18

 Tafel 26

 Tafel 34

 Tafel 3

 Tafel 11

 Tafel 19

 Tafel 27

 Tafel 35

 Tafel 4

 Tafel 12

 Tafel 20

 Tafel 28

 Tafel 36

 Tafel 5

 Tafel 13

 Tafel 21

 Tafel 29

 Tafel 37

 Tafel 6

 Tafel 14

 Tafel 22

 Tafel 30

 Tafel 38

 Tafel 7

 Tafel 15

 Tafel 23

 Tafel 31

 Tafel 39

 Tafel 8

 Tafel 16

 Tafel 24

 Tafel 32

 

 

Anlass für meine Beschäftigung mit Heinrichs Ahnentafel war die Welfen-Ausstellung in Braunschweig 1995. Gab es vielleicht, so fragte ich mich damals, auch eine genealogische Verbindung von Heinrich zum legendären „Vater des Abendlandes“? War der Löwe ein direkter Nachkomme von Karl „dem Großen“? Anhand der mir zur Verfügung stehenden Hilfsmittel fand ich heraus, dass dies in der Tat der Fall war. Mehr noch: Heinrich, so konnte ich nachvollziehen, stammte von Karl mindestens ein Dutzend Mal ab!

Einige Jahre später kam ich dann auf diesen rein spleenigen Zeitvertreib zurück: 1998/99 habe ich mir im Auftrag von Arndt Richter (www.genetalogie.de) die Vorfahren des „Löwen“ noch einmal ganz genau angesehen. Wiederum ging es – diesmal vor einem ernsthaften statistisch-genealogischen Hintergrund – um die Frage, wie viele Abstammungslinien zu Karl „dem Großen“ (Carolus Magnus, CM) mit einiger Wahrscheinlichkeit nachweisbar sind. Aus dieser Auftragsarbeit sind die vorliegenden Tafeln hervorgegangen, die hier einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Meine eher konservative Schätzung hinsichtlich der CM-Abstammungen lautet übrigens 14: So viel Mal kommt der erste karolingische Kaiser mindestens in Heinrichs Ahnentafel vor. Andere Schätzungen liegen sogar in einem hohen zweistelligen Bereich, aber wie so oft bei mittelalterlicher Genealogie sind etliche Fragen ganz einfach ungeklärt, können viele Abstammungen nur über teilweise gewagte Hypothesen rekonstruiert werden. (So ist die Herkunft der berühmten Kaiserin Theophano, deren wunderschöne Heiratsurkunde im Staatsarchiv Wolfenbüttel aufbewahrt wird, aus der byzantinischen Magnatenfamilie Skleros recht plausibel und mittlerweile auch allgemein akzeptiert; restlos zu beweisen ist sie aber keineswegs.) Immer wieder bieten ernst zu nehmende oder auch weniger professionelle Mediävisten aufgrund neuer Deutungen der überlieferten Quellen ganz verschiedene Varianten an – bekannt geworden ist vor allem der lang andauernde genealogische Schlagabtausch zwischen dem Mediävisten Eduard Hlawitschka und dem Rechtshistoriker Armin Wolf –, und wirklich sicher scheint nur, dass viele Fragen nie beantwortet werden können. Also muss jeder Genealoge mitunter eine begründete Wahl treffen, was die Möglichkeit bestimmter familiärer Zusammenhänge betrifft. Ich bin bei alledem, um es noch einmal zu sagen, möglichst kritisch vorgegangen und habe daher in der Forschung nicht allgemein akzeptierte Abtammungsverhältnisse im Zweifelsfall lieber weg gelassen. Die hier vorliegenden Tafeln sind also keineswegs der Weisheit letzter Schluss.

Die Abbildung des so genannten Krönungsbildes aus dem berühmten Evangeliar Heinrichs des Löwen – dem teuersten Buch der Welt, welches in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, also hier in der Region, aufbewahrt wird – ist der Welfen-Website entnommen (dort auch eine Beschreibung der dargestellten historischen Personen, darunter Kaiser Lothar III. als Großvater und König Heinrich II. von England als Schwiegervater des „Löwen“).