Alexander der Große und die Heilige Schrift

Bis zur Aufklärung war in Europa die Religion entscheidend für das Weltbild der Menschen. Sowohl der fundamentalistische Islam als auch fundamentalistisch christliche Anschauungen in den USA führen uns vor Augen, dass Religion auch heute noch einen großen Einfluss auf das Zusammenleben auf unserem Planten hat. Religiöse Empfindungen spielen in vielen Konflikten eine entscheidende Rolle.
Dieses Kapitel befasst sich nun damit, wie der Makedonenkönig in den Schriften und Lehren des Juden- und Christentums sowie des Islams dargestellt und bewertet wird. Den Anfang macht die Darstellung Alexanders im Alten Testament der Bibel.

 

Alexander der Große in der Rezeption des Alten Testamentes

Alexander der Große fand Eingang in zwei Bücher des Alten Testaments: das Buch Daniel und das erste Buch der Makkabäer. Im folgenden wird ausführlich behandelt welches Bild Alexanders des Großen dort vermittelt wird:

Alexander der Große und das erste Buch der Makkabäer zeigt die Darstellung des Makedonenkönigs in diesem apokryphen Werk über den jüdischen Aufstand gegen das hellenistische Reich der Seleukiden.

Alexander der Große und das Buch Daniel beschäftigt sich mit der heilsgeschichtlichen Deutung des Alexanderreiches im zweiten und dritten Jahrhundert v. Chr.

 

Alexander, der Koran und die apokalyptischen Völker Gog und Magog

In den Alexandergeschichten der Spätantike und des Mittelalters wird geschildert, wie der Makedonenkönig die unreinen Völker, die oft mit den biblischen Gog und Magog identifiziert werden, hinter einem Tor einsperrt. Am Tag des jüngsten Gerichts sollen diese dann aus ihrem Gefängnis hervorbrechen und über die Gläubigen herfallen. Die folgenden Artikel beschäftigen sich mit der Verbindung des Alexanderstoffes mit der Erzählung von den apokalyptischen Völkern und ihre Rezeption vom Ausgang der Antike bis in die Neuzeit.

Die apokalyptischen Völker Gog und Magog erklärt die Entwicklung der biblischen Erzählung von den endzeitlichen Völkern.

Die Gog und Magog, die Goten und die Kirchenväter Ambrosius, Hieronymus und Augustinus beschäftigt sich mit der Kontroverse um die Identifikation der apokalyptischen Völkern mit den Feinden des christlichen Imperium Romanum im späten vierten und frühen fünften Jahrhundert n. Chr.

Alexander der Große in den Apokalypsen des Christentums und des Islams schildert die Verschmelzung der antiken Geschichte von den eingeschlossenen unreinen Völkern mit der biblischen Erzählung über die apokalyptischen Gog und Magog und deren Verbindung zum Makedonenkönig.

Alexander, die verlorenen Stämme und Dschingis Khan zeigt, wie die Geschichte von der Einschließung der unreinen Völker und der verlorenen Stämme Israels durch Alexander den Großen im Mittelalter benutzt wurde, um die Invasionen der Mongolen und Türken in die eigene Heilsgeschichte einzuordnen und zu deuten.