Einführung

Tim Lüschen und Johannes Kaufmann

 

Lieber Leser,

 

"Ein Projekt ist eine eigenständige Gemeinschaftsarbeit von bis zu 3 Studierenden und wird einem Unterrichtsfach gemäß PVO-Lehr I zugeordnet. Es erstreckt sich über maximal 2 Semester [...]. Im Mittelpunkt eines Projekts steht die Umsetzung von Fragestellungen, die in einer Arbeitsgruppe gefunden und bearbeitet worden sind [...]". Auf diese etwas nichtssagende Beschreibung aus den "Anlagen zur Studienordnung Lehramt an Gymnasien" von 1998 stützt sich die Forderung der Universität an Lehramtsstudenten, im Laufe ihres Studiums einen Projektschein zu erwerben. In der alltäglichen Praxis bedeutet das oftmals, einen überarbeiteten und entsprechend gewogenen Professor aufzusuchen, der bereit ist für eine mehr oder minder aufwendige schriftliche Hausarbeit, einen entsprechenden Schein auszustellen.

 

Wir haben uns entschlossen, die oben zitierte Passage anders zu interpretieren. Das Ergebnis dieser Überlegungen ist im Begriff, auf dieser Seite zu entstehen. Unser Projekt soll sich die kommenden zwei Semester mit Alexander dem Großen beschäftigen. Dabei geht es weniger um die Erarbeitung antiker Quellen oder Theorien zur Frage, ob Alexander nun ermordet wurde oder eines natürlichen Todes gestorben ist, als vielmehr um die Bedeutung des Alexandermythos‘ in heutiger Zeit. Den Anlaß für eine derartige Herangehensweise bot uns der Alexanderfilm, der in diesen Tagen in Deutschland in die Kinos kommt, und der auf unterschiedlichste Weise als Thema durch die Zeitschriften und Magazine geistert. In Griechenland gab es eine Kontroverse um die angedeutete Homosexualität des Makedonen, der – im Gegensatz zu den Meinungen seiner Zeitgenossen – heutzutage selbstverständlichen zu den Griechen gezählt wird. In den USA hingegen ging das 150 Millionen Dollar teure Schlachtenepos an den Interessen der Zuschauer vorbei. Der Film floppte an den Kinokassen.

 

Wie sind diese unterschiedlichen Reaktionen zu erklären? Warum interessiert sich die griechische Öffentlichkeit für die Sexualität eines antiken Helden? Spiegelt ein solcher Film historisches Faktenwissen wieder, und wenn ja, auf welche Quellen stützt er sich? Und sind Produzenten und Konsumenten überhaupt an einer realistischen Darstellung interessiert oder steht allein die Unterhaltung im Vordergrund? 

Derartige Fragen zu klären, ist Ziel des Projekts, das im Laufe des nächsten Jahres auf diesen Seiten entstehen wird. Und dafür sind wir auf Ihre Mitarbeit angewiesen. Die Vorstellung, sich ein Jahr mit einer wissenschaftlichen Arbeit zu beschäftigen, die keiner liest außer dem zuständigen Dozenten, ist wenig befriedigend und nicht sehr motivierend. Darum ist dieses Projekt als Versuch geplant, Sie mitwirken zu lassen. Schicken Sie uns Anregungen, Fragen, Kritiken, Eindrücke etc.

 

Lassen Sie uns wissen, was Sie an Alexander interessiert, über welche Aspekte seines Lebens und Wirkens Sie gerne mehr erfahren würden. Als Einstieg bietet sich erneut der Alexanderfilm an. Es würde uns freuen, wenn Sie uns Ihre Meinung zum Film mitteilten. Was hat Ihnen besonders gefallen, was weniger? Haben Sie Fragen zu den Personen, den Orten oder beispielsweise der Ausstattung? Sind Sie an einem historisch möglichst korrekten Film interessiert, oder sind Sie der Meinung, daß Spannung und Unterhaltung Priorität haben? Unter folgendem Link finden Sie ein vorgefertigtes Feedbackformular, in das Sie Ihre Anmerkungen und Gedanken eintragen können.

Für Ihre Mitarbeit und Ihr Interesse möchten wir uns schon jetzt bedanken.

 

Hier finden sie einen kurzen Überblick über die Rezensionen des Films in der Presse.

 

Wenn Sie Fragen, Anregungen oder Themenvorschläge haben, teilen Sie uns diese bitte mit unter: alexander@gibs.info

 

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