Exkursion Mecklenburg-Vorpommern

 

4.Oktober 2004

 

Mit großen Erwartungen trafen sich 22 Lernende und 4 Lehrende acht Uhr morgens in der Pockelsstraße, größtenteils um viel Geschichte zu erleben, aber auch um soziale Kontakte zu knüpfen.

 

Rundlingsdorf Lübeln im Wendland

 

Die erste Sehenswürdigkeit liegt noch nicht im heutigen Mecklenburg, ist jedoch sehr typisch für das Wendland. Woher der Name Wendland kommt und wer die Slawen sind berichtete uns Steffi Bartels, bevor wir vom Dorfdackel ins Zentrum begleitet wurden.

 

 

www.rundlingsmuseum.com

 

Auf dem Weg nach Mecklenburg sahen wir uns dieses niedliche und wundersame Dorf an, das aus nur wenigen, im gleichen Stil gebauten Häusern besteht, die im Kreis um einen runden Dorfplatz aufgereiht sind. Warum diese Form gewählt wurde bleibt ein Rätsel.

 

 

 http://www.geogr.uni-goettingen.de/kus/lehre/a1/ref-Kolonisation-dubbert-gartzen-v1.pdf

 

 

Für die Gegend typisch ist das Hallenhaus, über welches uns Christian Frey aufklärte.

 

Dorfrepublik Rüterberg

 

 

http://www.doemitz.de/index.php?module=pagemaster&PAGE_user_op=view_page&PAGE_id=11&MMN_position=14:4

 

Erschreckend und faszinierend zugleich ist dieser Ort, der von 1967 bis 1989 von der Elbe und vom Grenzzaun komplett eingezäunt wurde. Der ehemalige Bürgermeister berichtete über diese Zeit im Dorfmuseum.

 

Ludwigslust

 

 

Nachdem Alexander Felsing uns über Grundherrschaft und Gutsherrschaft auf dem Weg nach Ludwigslust aufklärte, konnten wir uns selbst vom pompösen Sitz der Adligen jener Zeit überzeugen. Und auch beim sehr genauen Hinschauen konnte niemand das Pappmaschee unter den aufgemotzten Schlossaccessoires erkennen …

 

 

http://www.all-in-all.com/1028_10.htm

 

Frau Hartermann ergänzte den sehr detaillierten und spannenden Vortrag unseres Schlossführers mit Ausführungen über die Funktion jenes barock-klassizistischen Gebäudes.

 

Letzter Halt für diesen Tag war unsere Unterkunft in Schwerin, den wir schon eilig herbeisehnten. Trotz der Informationsüberflutung des ersten Tages, ließen wir es uns nicht nehmen in die Stadtmitte zu fahren, um noch mehr zu sehen, noch mehr Eindrücke zu sammeln und um uns den Bauch voll zu schlagen. Der etwas längere Weg zurück, der zu Fuß bewältigt werden musste, ließ uns erschöpft in die sehr bequemen Betten fallen.

 

5.Oktober 2004

 

Schwerin

 

 

In angemessener Frühe trafen wir uns wieder, um das Schweriner Schloss kennen zu lernen. Sarah Wojcieszek schürte unser Interesse mit einem Vortrag über Niklot und Heinrich den Löwen. Gesättigt wurde unser Wissensdurst anschließend durch eine sehr informative Schlossführung. Endlich erfuhren wir warum eine Straßenbahnkarte in Schwerin „Petermännchenkarte“ heißt…

 

 

http://www.schwerin-tourist.de/ansicht/schloss_ge.html

 

http://www.schwerin-tourist.de/ansicht/schloss_peter.html

 

Dorf Mecklenburg

 

Nun endlich erzählte uns Herr Hilger wie das Land, durch das wir reisten, zu seinem Namen kam. Und Susanne Goronzi ließ uns eine Vorstellung gewinnen, wie wendische „Fluchtburgen“ jener Zeit aussahen.

 

http://www.dorf-mecklenburg.de/html/geschichte.html

 

http://www.burgenland-mv.de/html/die_burgen.html

 

Wiligrad

 

Eine ziemlich wirre Führung erlebten wir von zwei Frauen in Wiligrad, die sich nicht ganz einig waren, wer das Wort haben sollte und ob sie uns lieber den Schlosspark oder wundersame Quellen zeigen sollten. Das alles in einem rasanten Tempo, da sie Herrn Schildts Wink mit der knappen Zeit sehr ernst nahmen.

 

 

http://www.gutshaeuser.de/schloesser/wiligrad.html

 

Güstrow

 

In diesem Renaissanceschloss residierte für kurze Zeit Wallenstein, der zum Herzog Mecklenburgs 1629 durch Kaiser Ferdinand II erhoben wurde.

 

 

http://www.schloss-guestrow.de/guestrow/guestrow.htm

 

Zur Abwechslung besuchten wir nach unserer Schlössertour den Dom von Güstrow, durch den uns der Pastor eindrucksvoll führte.

 

 

Von Nicole Griese erfuhren wir was es mit dem „schwebenden Engel“ von Barlach auf sich hat, der als Ehrenmal im Dom zu sehen ist.

 

http://www.kunstwissen.de/fach/f-kuns/o_mod/barla0.htm

 

Die Nacht verbrachten wir im Geburtsort unseres Reiseleiters Herrn Schildt, in Teterow, in einer Jugendherberge, die uns in die sozialistische Bescheidenheit eintauchen ließ. Sehr eindrucksvoll… Das ließ uns aber nicht unsere Geselligkeit bescheiden wahrnehmen und so schlenderten wir durch das kleine Örtchen, voller Hoffnung unseren Hunger stillen zu können.

 

6.Oktober 2004

 

Das Frühstück der Jugendherberge machte das Schlafen in wackligen, durchhängenden Doppelstockbetten aus Eisen wieder wett, so dass wir gut gestärkt in die Welt der Bauern und Gutsherren reisen konnten.

 

Burg Schlitz

 

Kai Drewes und ich (Brenda Effler) informierten über den Landesgrundgesetzlichen Erbvergleich und über die Rechtsstellung der mecklenburgischen Ritterschaften, bevor Herr Schildt das Rätsel löste, was wohl auf dem ominösen Friedensobelisk gutsherrlich-bierdermeierliches steht…

 

 

Anschließend lauschten wir einer wunderbaren, zu Tränen rührenden, mehrstündigen Liebeserklärung unseres Burgführers an „seine Burg Schlitz“.

 

 

http://www.burg-schlitz.de/web_de/geschichte.html

 

Rundfahrt nördlich von Teterow

 

…auf den Spuren der neueren Agrargeschichte.

Lena Niemann, Ebbo Schröder und Christian Frey referierten über die Bodenreform, dem „sozialistischen Frühling“ und über die LPGs, während wir uns gemütlich im Bus die viel aussagende Gegend vergleichend ansehen konnten.

 

Todendorf

 

…ich wurde von Gänsen abgelenkt

 

Teterower See

 

 

…wunderschön! War ein toller geselliger Abend mit leckerem, absolut sättigendem Essen! Leichtes Auflockern der Gemüter, gut zum einander kennen Lernen. Dank an CLIO!

 

7.Oktober

 

Dudendorf

 

An einem ehemaligen Gutshaus machten wir Halt und wurden Zeugen des Wandels in der  Agrarwirtschaft. Das leerstehende Gutshaus lässt ein lebendiges Leben in vergangenen Zeiten vermuten.

 

 

http://www.gutshaeuser.de/gutshaeuser_d/dudendorf.html

 

Stralsund

 

Endlich an der Ostsee angekommen, führte es uns in die erste Hansestadt, die wir auf unserer Reise näher kennen lernen durften. Daniel Bork und Sebastian Wamsiedler weckten unsere Neugier durch Vorträge über die Struktur der Hanse und den Frieden von Stralsund. Anschließend hörten wir Michael Wrehdes Ausarbeitungen über die Belagerung Stralsunds im Dreißigjährigen Krieg. Nach einer Stadtführung bestiegen wir den Turm der Marienkirche …schwindelerregend, aber ein wunderschöner Ausblick!!!

 

 

http://www.stralsund-wismar.de/

 

 

Den Rest des Tages entdeckten wir Stralsund auf eigene Faust …

 

8. Oktober

 

Bad Doberan

 

 

Vormittags schwelgten wir in mittelalterlicher, christlicher Welt. Von Johanna Ernst hörten wir viel über den Zisterzienser Orden und schauten uns das Münster von Bad Doberan an. Hier erfuhren wir von Sandra Meyer, was es mit Ostseeuhren auf sich hat. Das absolute Highlight war jedoch unsere Tour über die Gewölbe des Münsters zu den Kirchenglocken, die uns zum Anfassen nah waren. Geschichte hautnah! Einen ausführlichen Bericht von Sebastian Wamsiedler gibt es hier.

 

 

http://www.doberanermuenster.de/

 

Wismar

 

Nachdem wir auf den Wegen der Backsteingotik ins Landesinnere geschwenkt waren, fuhren wir wieder an die Küste, um die nächste berühmte Hansestadt zu begucken: Wismar.

 

 

 

http://www.wismar.de/

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9. Oktober

 

Lübeck

 

 

An unserem letzten Tag vollendeten wir die Hansetour in Lübeck. Zuvor informierte uns Herr Reichert auf der Fahrt über die Funktion Lübecks als Haupt der Hanse. Nach einer Stadtführung ging jeder seiner Wege, der eine in die Buddenbrook Ausstellung, der andere ins Hansemuseum, …Lübeck hat viel zu bieten.

 

 

http://www.luebeck.de/stadt_politik/geschichte/index.html

 

 

Die Exkursion ist mehr als gelungen! Es war sehr interessant Mecklenburg kennen zu lernen. Von der Informationsflut ist viel hängengeblieben, viele soziale Kontakte konnten geknüpft werden. Ein Lob an die Organisation Herrn Schildts! So macht Geschichte studieren viel Spaß :o)