Möglichkeit 3


Wozu verlangt deine Dozentin bzw. dein Dozent überhaupt, dass du eine Urkunde interpretierst?
Dir ist sicher klar, welchen Stellenwert Urkunden, Verträge, Beschlüsse und Akten in der neueren Geschichte als Quellen haben. Im Mittelalter dienten Urkunden als Verträge, zur Gewährung von Privilegien oder zur Übereignung von Besitztümern.  Darüber hinaus waren sie ein wichtiges Medium der öffentlichen Kommunikation. Daher haben Urkunden als Quellen für das Mittelalter eine unschätzbare Bedeutung, weshalb du dich auch mit der Interpretation einer Urkunde beschäftigen solltest.    

Zunächst solltest du dir die Urkunde, die du interpretieren sollst, in ihrem Original (oder in einem Faksimile, falls du das Original nicht einsehen kannst) ansehen. Wir wollen dir an dieser Stelle unsere Beispielurkunde zeigen:

 

Wie du siehst, besteht die Urkunde aus einem Blatt Pergament mit einem angehängten Siegel aus grünem Wachs, das an roten und gelben Seidenfäden hängt. Mit einiger Übung und viel Zeit kannst du auch irgendwann die Buchstaben einigermaßen entziffern. Hilfe bietet dir hierbei zum Beispiel der sogenannte Capelli.

  • Cappelli, Adriano: Lexicon abbreviaturarum. Wörterbuch lateinischer und italienischer Abkürzungen, wie sie in Urkunden und Handschriften, besonders des Mittelalters, gebräuchlich sind. Leipzig 1928.

Bei dieser Urkunde handelt es sich um Minuskelschrift. Die verschiedenen Schriftarten kannst du in jedem Handbuch zur Paläographie nachschlagen, meist sind dort auch Beispiele abgebildet. Der Schreiber der Urkunde ist im letzten Abschnitt des Urkundentextes angegeben (wie du ihn liest und übersetzt erfährst du gleich): Es ist Heinrich, der Notar Ottos des Kindes.  

 

Der nächste Schritt ist jetzt die Transkription.

 

 

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