Fragebogenerhebung zu Erwartungshaltungen von SchülerInnen an und Erfahrungen von Erst- und Drittsemesterstudierenden im Geschichtsstudium

von Celina Saretz & Lars Grosser

Liebe GiBSler ,

wie einige von Euch vielleicht mitbekommen haben, waren vom 12. bis 23. bzw. 30. Januar 2009 zwei Praktikanten – wir, Lars Grosser und Celina Saretz – im Hause.
Im Rahmen dieses Praktikums ist ein Fragebogen für SchülerInnen der Leistungskurse Geschichte und einer für Erstsemester-Studierende entstanden.
Mit den Antworten soll ein neuer Studienführer für Erstsemester-Studierende und Abiturienten  entstehen.

 

Der Inhalt der Fragebögen

Inhaltlich befassten sich die Fragebögen der SchülerInnen hauptsächlich mit ihren Vorstellungen von bzw. Erwartungen an ein Studium und den eventuell auftretenden Problemen bei Studienbeginn. Weiterhin sollten sie Auskunft über ihre Universitätswahl und die Faktoren, die für sie bei der Wahl der Universität wichtig sind oder waren, geben. Bei der letzten Frage sollten die SchülerInnen angeben, wie sie über ein Studium informiert werden möchten, was bei der Erstellung des neuen Studienführers noch eine große Rolle spielen wird.

In der anderen Umfrage wurden Erstsemester und Drittsemester gefragt, ob ihre Vorstellungen und Erwartungen erfüllt wurden und mit welchen Problemen sie beim Übergang von der Schule zur Universität konfrontiert wurden. Außerdem ließ die Umfrage die Studierenden Tipps geben, wie man sich als Erstsemester am besten eingewöhnt und worauf man bei Studienanfang besonders achten sollte.

 

1. Umfrage in den Leistungskursen Geschichte des 12. und 13. Jahrgangs des „Anna-Sophianeum“ in Schöningen

    von Celina Saretz

Zunächst wollen wir Euch die Ergebnisse des Gymnasiums „Anna-Sophianeum“ in Schöningen vorstellen.
Dort wurden insgesamt 32 Leistungskurs-SchülerInnen – 15 aus dem 12. und 17 aus dem 13. Jahrgang, die Geschichte als Hauptfach gewählt haben, befragt.
Vergleicht man die Ergebnisse der beiden Jahrgänge, so stellt man fest, dass sie viele Fragen gleich oder ähnlich beantwortet haben.

 

Ein Geschichtsstudium ist…

Bei der Frage nach ihrer Vorstellung von einem Geschichtsstudium gaben zum Beispiel beide Klassen interessant und vielfältig, aber auch langweilig und sehr theoretisch am häufigsten als Antwort.

 

Studieren – ja oder nein?

Überhaupt konnten sich nur drei SchülerInnen des 13. und vier SchülerInnen des 12. Jahrgangs vorstellen, später Geschichte zu studieren.
Ob sie sich generell vorstellen könnten zu studieren, beantwortete die Mehrheit hingegen mit ja, nur drei bzw. fünf SchülerInnen wollen überhaupt nicht studieren.
Jeweils vier SchülerInnen aus beiden Leistungskursen waren sich noch nicht sicher, ob sie an eine Universität gehen wollen.

 

Die Vorstellung von einem Studium

Bei den Antworten auf die Frage nach den Vorstellungen von einem Studium gab es erneut viele Übereinstimmungen bei den beiden Jahrgängen.
So sollte ein Studium Spaß machen, das Wissen über ein Themengebiet erweitern und auf einen späteren Beruf vorbereiten.
Allerdings stellen sich die SchülerInnen ein Studium auch als sehr schwierig und zeitaufwendig vor.

 

Probleme bei Studienbeginn

Das zeigt sich auch darin, dass Überforderung das am häufigsten genannte Problem bei der Frage nach den Schwierigkeiten, die bei Studienbeginn auftreten können, darstellte.
Auch die Angst in der Schule zu wenig auf ein Studium vorbereitet worden zu sein oder es mit einer falschen Erwartungshaltung zu beginnen, waren häufige Antworten der SchülerInnen.

 

Die Universitätswahl – eine Geschmacksfrage?

Die Frage, wo sie denn studieren wollen, konnten nur insgesamt sechs SchülerInnen beantworten, der Rest war sich noch unsicher oder hatte sich noch gar keine Gedanken darüber gemacht.
Vor allem das Fächerangebot und der gute Ruf der Universität, aber auch die Nähe zu Freunden und Familie und die Attraktivität der Stadt sind laut SchülerInnen wichtige Faktoren, die für die Wahl der Universität entscheidend sind.

 

Informationsmöglichkeiten über Universitäten

Mit der letzten Frage sollte herausgefunden werden, wie SchülerInnen gerne über ein Studium informiert werden würden.
Dazu wurden verschiedene Auswahlmöglichkeiten gegeben, die SchülerInnen sollten ankreuzen, was ihrer Meinung nach wirklich hilfreich bei der Entscheidung, ob sie studieren wollen oder nicht, sein könnte.
So sollte vor allem die Internetseite der Universität für SchülerInnen ansprechend und informativ gestaltet sein. Auch Informationstage an den Schulen empfänden sie als eine gute Möglichkeit mehr über ein Studium zu erfahren.
Ebenfalls häufig genannt wurden die Verteilung von Studienführern an den Schulen und der Besuch von Schnuppervorlesungen.

 

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die SchülerInnen sich zwar vage vorstellen können, wie ein Studium an einer Universität ist, sie sich aber trotzdem eine bessere Vorbereitung von Seiten der Schule und ein größeres Informationsangebot der Universitäten  wünschen.
Ein Studienführer, der an die Leistungskurse der Schulen verteilt wird, wäre ein guter Anfang, um den SchülerInnen das Studium und das Universitätsleben an sich näher zu bringen.

 

2. Umfrage in beiden Leistungskursen Geschichte des 13. Jahrgangs der „Ricarda-Huch-Schule“ in Braunschweig

    von Lars Grosser

Die Umfrage wurde dann auch noch in der „Ricarda-Huch-Schule“ in Braunschweig ausgeführt. Hierzu wurden insgesamt 27 SchülerInnen aus beiden Leistungskursen Geschichte des 13. Jahrgangs befragt, in denen die Antworten sehr vielfältig ausfielen.

 

Ein Geschichtsstudium stelle ich mir so vor, dass…

Viele SchülerInnen beider Leistungskurse gaben an, dass sie das Geschichtsstudium mit viel Quellenarbeit verbinden. Sie stellen es sich detailliert und interessant vor. Andere stellen sich ein Geschichtsstudium eher langweilig und trocken vor. Bei vielen las man auch viel Theorie, viel Lesen, viele Seminare und umfassend als Vorstellungen von einem Geschichtsstudium.

 

Große Zahl an potenziellen Geschichtsstudenten

Dabei wollen viele der Leistungskurs-SchülerInnen Geschichte studieren. Insgesamt haben 15 SchülerInnen von 27 vor, Geschichte zu studieren.

 

Attraktiv muss die Stadt sein!

Vor allem muss für die Leistungskurs-SchülerInnen die Stadt, in der sie studieren, etwas zu bieten haben. Das Fächerangebot spielt ebenfalls eine große Rolle. Nähe zu Freunden hat auch viel Priorität bei den SchülerInnen. Vereinzelt wollen auch ein paar SchülerInnen nach Bundesländern oder anderen Staaten Ausschau halten, die die Studiengebühren noch nicht eingeführt haben.

 

Der Studienführer bringt`s!

Durch einen Studienführer würden die meisten SchülerInnen am liebsten informiert werden. Nicht wesentlich unbeliebter waren Informationsseiten im Internet und Schnuppervorlesungen für SchülerInnen.

 

Fazit

Die SchülerInnen können sich ein Geschichtsstudium im Großen und Ganzen sehr gut vorstellen, doch man könnte den SchülerInnen mit den bei vielen SchülerInnen beliebten Schnuppervorlesungen den Alltag an den Universität genauer, detaillierter und präziser beibringen, da auch sehr viele Geschichte studieren wollen.

 

3. Umfrage bei den Studierenden im ersten und dritten Semester

    von Lars Grosser

Viele der 33 befragten Erst- und Drittsemester gaben im Kern einheitliche Antworten auf die Frage wider, doch gab es auch sehr viele unterschiedliche Antworten bei den Problemen zum Studienbeginn der Studierenden.

 

Was man sich so von einem Studium erwartet hatte… 

Sehr viele Studierende gaben auf die Frage, wie sie sich das Studium in der Schulzeit vorgestellt oder was sie erwartet haben, Selbständigkeit, Eigenverantwortung, freieres Lernen und Vertiefen und Spezialisieren auf ein bestimmtes Thema an.

 

Probleme zu Anfang

Die Antworten zu den Problemen fielen zum Teil sehr unterschiedlich aus und beinhalteten vieles.

Die meistgenannten Probleme waren Orientierungslosigkeit, Zusammenstellung des Stundenplans und Unorganisiert sein.

  

Geschichte – eine spaßige Angelegenheit? Vor allem im Studium!

Von den insgesamt 33 Befragten haben 23 Studierende bei der Frage, ob ihnen Geschichte immer noch so viel Spaß bereitet wie in der Schule, angekreuzt, dass Geschichte im Studium besser geworden ist. Gründe dafür waren, dass man im Studium freie Themenwahl hat, diese Themen intensiv behandelt und dass es dann mehr in die Tiefe geht als in der Schule.

 

Warum Braunschweig?

Für die Wahl der Universität kommen für die Studierende viele Faktoren zusammen. Bei der Anzahl der Kreuze lagen Nähe zum Partner bzw. zur Partnerin oder zur Familie und Braunschweig ist eine attraktive Stadt nahezu gleich auf. Außerdem gaben viele noch die angebotenen Studiengänge in Braunschweig als Grund an, hier zu studieren.

 

Nicht nur bei den SchülerInnen bleibt der Studienführer Nummer 1!

Viel eindeutiger sieht es bei der Frage aus, wie die Studierenden informiert wurden. 19 Studierende und damit mit Abstand die meisten nutzten den Studienführer als Informationsmöglichkeit. Auf Platz zwei landete das Internet mit zehn Studierenden, die es für diese Zwecke nutzten. Nur vier kreuzten an, dass sie gar nicht informiert wurden und nur zwei, dass sie sich gar nicht informiert haben.

 

Hilfreiche Tipps für SchülerInnen, die studieren wollen

Auf die Frage nach Tipps für angehende Erstsemester rieten viele Studierende, Dozenten und Studierende um Hilfe zu bitten oder auch Informationen vorher einzuholen.

 

Fazit

Zum Schluss bleibt festzuhalten, dass am Anfang eines Studiums viele organisatorische Probleme bei den Studierenden aufgetreten sind, aber es allen sehr viel Spaß macht, Geschichte zu studieren und dass es sogar besser ist als das Fach Geschichte in der Schule.

Wir bedanken uns noch einmal bei den Lehrern der Leistungskurse, dass sie uns so bereitwillig ein paar Stunden zur Durchführung der Umfrage überlassen haben, und bei den SchülerInnen, dass sie an dieser Umfrage teilgenommen haben. Außerdem bedanken wir uns bei Herrn Dr. Klaus Latzel und Herrn Sascha Ignorek, die ebenfalls die Umfrage in ihren Lehrveranstaltungen verteilten und uns die Ergebnisse zukommen ließen, und last but not least bei den Studierenden, die die Fragebögen ausgefüllt haben.