Eine Karte verändert die Welt

William Smith und die Geburt der modernen Geologie

von Simon Winchester

 

Eine Rezension von Uwe Lammers

 

Alles begann vermutlich mit den Melksteinen, könnte man sagen. Und es führte zu der Frage, wie man wohl ein ganzes Land sezieren könnte, indem man nur einen kleinen Schnitt führt. In der Medizin nennt man so etwas heute einen endoskopischen Eingriff, aber dies angewendet auf Tausende von Quadratkilometern? Während man unter dem „Messer“ nicht Fleisch und Muskeln und Nerven hat, sondern Millionen von Jahren altes Gestein?

Schwer vorstellbar, um so schwerer in der Zeit der Französischen Revolution und des Kaisers Napoleon. Noch schwerer denkbar angesichts einer immer noch überwiegenden geistigen Anschauung, die felsenfest davon überzeugt ist, dass die Welt ja eigentlich nur rund 6000 Jahre alt sein kann. Dennoch stellte sich jemand diese Frage, der ungehobelte, unstudierte Sohn eines Dorfschmiedes, ein Mann namens William Smith. Und damit revolutionierte er nicht nur die Wissenschaft, sondern ruinierte – vordergründig – auch sein Leben.

Aber vielleicht sollte ich vorne anfangen.