Back in Black - das Braunschweigische Leibbataillon

von Daniel Weßelhöft

 

Wie man an anderen Artikeln hier ablesen kann, ist Reenactment oder "Living History" wieder im Kommen. So entstand Ende letzten Jahres, neben den beiden bereits in Braunschweig existierenden Reenactmentgruppen ("Jäger von 1776" und das "Braunschweiger Feldkorps"), das Braunschweigische Leibbataillon von 1815.

 

Aus den verschiedensten Berufsgruppen haben sich hier Gleichgesinnte zusammengefunden und diese Interessengemeinschaft gegründet. Für das Leibbataillon hat man sich entschieden, da es - neben den Husaren - die bekannteste aller Braunschweiger Einheiten war, deren Traditionen bis in die Bundeswehr fortgeführt wurden.

 

Dargestellt wird die Einheit, die am 14.April 1815 den Namen "Leibbataillon" erhielt. Im Jahr 1814  - nach der Verbannung Napoleons nach Elba - hatte Herzog Friedrich Wilhelm begonnen eine neue braunschweiger Armee aufzustellen (wie man sagt, habe er die Rückkehr des Korsen geahnt). Ende des Jahres kehrte das braunschweigische Kontingent, das 1810-14 in Spanien unter englischem Oberbefehl ("Braunschweig-Lüneburgsche Jäger"/"Brunswick-Oels Jägers") gekämpft hatte, nach Braunschweig zurück.

Die Veteranen von Peninsula (wie man den Feldzug auf der iberischen Halbinsel nannte) wurden z.T. als Offiziere und Unteroffiziere in die neuen (unerfahrenen) Einheiten verteilt, der größte Teil bildete jedoch das Bataillon "v. Pröstler", das dann in "Leibbataillon" umbenannt wurde. Zu diesen Veteranentruppen gehörte auch die vom Feldkorps dargestellte Avantgarde, die als Einheit bestehen blieben.

Im Juni 1815 zogen die braunschweiger Truppen nach Belgien, um dort wieder unter britischem Befehl gegen der zuück gekehrten Napoleon zu kämpfen. Sie nahmen dabei an der Schlacht von Quatre Bras (wo Herzog Friedrich Wilhelm fiel) und Waterloo teil, dort machten sie sich u.a. durch Kämpfe um das Gehöft Hougoumont einen Namen.

 

Die kleine (es werden immer Interessierte gesucht) Gruppe hat es sich zum Ziel gemacht, die Geschichte dieses Braunschweiger Leibbataillons nach zu erleben. Dies beinhaltet die Herstellung bzw. die Beschaffung der Bekleidung und Ausrüstung, sowie das aktive Erleben in der Freizeit durch das "Abtauchen" in diese Epoche.  Neben der Beschäftigung mit der Geschichte steht vor allem die Freude an der Darstellung im Vordergrund.

Dabei geht es vor allem freundschaftlich zu, die Hierarchie beruht auf Konsens - nicht "Dienstalter" gibt das Recht Offizier oder Sergeant zu sein, sondern die Zustimmung der anderen Mitglieder.

 

Gespannt sein darf man auf die Vermittlung der besonderen Uniform des Leibregiments gegenüber uninformierten Personen. Eine schwarze Uniform mit silbernen Totenköpfen kann bei Menschen mit Halbwissen schnell zu falschen Vorurteilen führen. Doch die Mitglieder der Gruppe wissen um die Herkunft/Tradition des Totenkopfes bescheid und sind gerne bereit jeden darüber aufzuklären, dass das schwarze Tuch der Uniform wahrscheinlich aus Zwecken der Sparsamkeit gewählt wurde und der Totenkopf wohl dem "Herzoglich Württemberg-Oelssischen Ritterorden vom Todtenkopf" entnommen war. Das ganze passte dan ganz hervorragend zum Rachegedanken des Herzogs gegenüber Napoleon.

 

Der erste Auftritt wird zusammen mit dem Feldkorps (die Ausrichter der Veranstaltung sind) und anderen historischen Darstellungsgruppen am Wochenende vom 2./3. Juni auf Schloss Westerburg bei Hessen stattfinden. Von dort werden dann auch die ersten Fotos kommen.

 

Das Leibbataillon im Internet