Multiperspektivität

Multiperspektivität

 

Ein erster Versuch hat gezeigt, was bei der Wahrnehmung von Geschichte zu bedenken ist. Dennoch gibt es noch andere denkbare Dimensionen. Wichtig erscheinen sollte dem ‚guten Lehrer’ vielleicht noch die Frage nach dem Blickwinkel aus dem Geschichte wahrgenommen und überliefert wird.

Die Perspektive ist oftmals der Schlüssel bei der Erschließung und Bewertung historischer Quellen. Abhängig von der Quellenart gibt es stärker von der Perspektive geprägte Quellen wie z.B. Briefe, persönliche Aufzeichnungen und kaum perspektivisch geprägte Quellen wie z.B. Verfassungen oder Verträge. Nichtsdestotrotz gibt es eben nicht die Geschichte ‚an sich’. Diese unverzichtbare Erkenntnis sollte in den Geschichtsunterricht einfließen, indem man versucht jeweils unterschiedliche Sichtweisen zu präsentieren. Problematisch oder bedauerlich bleibt am multiperspektivischen Verfahren jedoch der Umstand, dass nicht immer adäquat unterschiedliche oder vermeintlich wichtige Sichtweisen überliefert sind. Multiperspektivität verleiht dem Geschichtsunterricht jedoch nicht nur Neutralität, sondern unterstützt auch den Lernprozess durch ein breiteres Darstellungsspektrum von geschichtlichen Ereignissen. Den Interessen der Schüler/innen wird mehr ‚Angriffsfläche’ geboten.