Die Erschließung Australiens seit 1788

(K)eine Geschichte Australiens? Die Geschichte(n) Australiens.

Im Jahr 1788 landete die First Fleet an der australischen Ostküste. 740 Sträflinge, Hunderte von Soldaten und Offizieren des Britischen Empires und der Gouverneur Arthur Phillip wurden von der englischen Regierung ins Unbekannte geschickt, um die Gefängnisse in England zu entlasten und sich der potentiellen Kriminellen zu entledigen. Englische Sträflinge, australische Ureinwohner sowie das britische Militär bildeten - ohne es zu wissen oder es zu beabsichtigen - die Anfänge einer neuen, der australischen Gesellschaft. Will man verstehen, wie es zu ihr kam, muss man sich anschauen, was für die damals beteiligten Gruppen eigentlich passierte: Wie sie ihre Situation, ihre - zum Teil sehr schwierigen und abenteuerlichen - Erfahrungen deuteten, was sie daraus machten und was - gewollt und ungewollt - daraus entstand. Denn nur die vielen verschiedenen Erfahrungen und Wahrnehmungsweisen, also die vielen verschiedenen Geschichten, machen verständlich, was "die Geschichte" des neuen Australiens eigentlich ist.

Eine Gruppe von vier Studenten des Masterstudiengangs „Kultur der technisch-wissenschaftlichen Welt“ der TU Braunschweig hat es sich mit Hilfe der virtuellen Plattform „Geschichte in Braunschweig“ zur Aufgabe gemacht, diese erste Phase der australischen Geschichte anhand der verschiedenen beteiligten Gruppen und Akteure darzustellen. Grundsätzliche Fragen - beispielsweise: wie entsteht eine Gesellschaft?, wodurch entstehen Konflikte? und was passiert bei einem „Clash of Cultures“?, liegen der Darstellung zu Grunde. Die Konflikte zwischen den einzelnen Gruppen und deren Wechselwirkungen deutlich zu machen, führt zur Multiperspektivität dieses studentischen Projekts. Der hier dargestellte Zeitraum beschränkt sich auf die ersten Jahre der Besiedlung Australiens von 1788 bis 1793. Das Projekt erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und wird hoffentlich von Studierenden in kommenden Semestern fortgeführt.

So stellt Florian Schulze den Standpunkt des Gouverneurs Arthur Phillip vor, während sich Stefanie Thiel mit der Perspektive der Aborigines und Eileen Kwiecinski mit der Sichtweise der Sträflinge auseinandergesetzt haben. Jede(r) von ihnen lässt in diesem Zusammenhang eine spezifische historische Persönlichkeit zu Wort kommen: So bemühen sich Arthur Phillip (Gouverneur), Bennelong (Aborigine) und Mary Bryant (Sträfling), gegen ihre einseitige Darstellung in Geschichte und Gesellschaft zu protestieren.  Ina Schomburg schlüpft in keine Rolle, sondern beschäftigt sich in ihrer Funktion als Geschichtsstudentin ausschließlich mit der Beschreibung des historischen Hintergrunds und liefert auf diese Weise den inhaltlichen Unterbau dieser Internetseite. Betreut wurde dieses Projekt von Frau Prof. Dr. Ute Daniel (Historisches Seminar der TU Braunschweig) und technische Unterstützung erhielten wir von Herrn Christian Frey (Historisches Seminar der TU Braunschweig).